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Joachim's & Uschi's Reise- und Fotoblog

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Vietnam: Can Tho im Mekong-Delta – Genuss für alle Sinne

9.1.2017 – 14.1.2017
Von der Insel Phu Quoc ging’s weiter ins Mekong-Delta vor allem, um einen der schwimmenden Groß-Märkte zu besuchen. Wir entschieden uns für einen Aufenthalt im Universitäts-Städtchen Can Tho (trotz 250.000 Einwohnern ein Städtchen, da es mehr ein zusammengewachsenes Gebiet lose verbundener Siedlungen ist), welches in unmittelbarer Nähe zu einem der größten Märkte des Deltas  (Markt von Rach Gia) liegt.

Bei der vorbereitenden Recherche sind wir auf die private Tour-Anbieterin Susan Bui gestoßen, haben mit ihr über Whatsapp Kontakt aufgenommen und eine nette Tour nur für uns zwei gebucht. Da der Handel am schwimmenden Markt in aller Früh so richtig aktiv ist, mussten wir bereits um 4:45 aufstehen. Denn unser Guide – Mr. Tai – stand pünktlich um 5:30 zu unserer Abholung bereit. So stiegen wir noch im Dunklen in ein kleines Holzboot und schuggelten mit Tai und unserer Bootsführerin die 15km bis zum Markt nach Rach Gia. 

Das Aufstehen hat sich allerdings wirklich ausgezahlt. Am Markt angekommen, fuhren wir mit unserem kleinen Boot zwischen den Großhandels-Schiffen, beladen mit Obst und Gemüse, durch. Jedes Boot hat auf einer Stange hoch über dem Bug die Produkte, die auf dem Schiff an die Zwischenhändler verkauft werden, hängen. Zwischendurch trifft man auf kleine Boote, von denen aus Kaffee, Tee, Suppe und mehr zur Jause angeboten wird.

Unser Guide hatte seine speziellen Händlerinnen und so wurden wir nicht nur durch das optische Spektakel, sondern auch mit Kaffee, Tee, einer wunderbaren Nudelsuppe (Pho Bo), Reiskuchen mit Bananenfülle sowie frischer Ananas verwöhnt. 

Durch einen schmäleren Seiten-Kanal des Mekongs  ging die Fahrt weiter vorbei an kleinen Häusern direkt am Fluß, wobei der Mekong nicht nur die Pflanzenwelt bewässert, sondern auch die Wasserversorgung zum Waschen und Kochen bietet.

Dort gingen wir auch an Land und spazierten an Obstgärten vorbei zu einer Reisnudel-„Fabrik“, wo Joachim gleich zur Mitarbeit eingeladen wurde. Da hier alles noch manuell erfolgt (Rühren des Teiges aus Reismehl, Tapiokamehl und Wasser, „Backen“ der Fladen wie Crepes, Aufrollen, Abrollen, zum Trocknen auflegen) ist Fabrik zwar zu viel gesagt – aber bis zu 200kg getrocknete Nudeln schaffen die auch am Tag. 

Das Leben im Mekong-Delta ist ausserordentlich beschaulich. In den Gärten konnten wir immer wieder beobachten, dass die Bewohner die Blätter von den Bäumen zupfen – und zwar jedes einzeln von Hand.
Dies ist ein Brauch zum chinesischen Neuhjahr: Wenn man zuvor alles runter rupft, dann treibt der Baum neu aus und bildet frische Blüten.
Quasi ein künstlicher Neu-Anfang zum Neu-Jahr.

Schwer beeindruckt von der Geduld der „Gärtner“ stiegen wir wieder in unser Boot, fuhren nochmal über den schwimmenden Markt und legten danach bei einem Markt an Land an, denn unser nächster Programmpunkt lautete: Einkaufen und Kochen.

Wir wünschten uns vegetarisches Essen und unser Mr. Tai kaufte für uns Gemüse, Tofu, Seitan, Obst und diverse kleine von Marktfrauen produzierte süße Leckerlis, von denen er meinte, dass wir sie unbedingt kosten sollten.

Im Anschluß gings zu einem gemütlichen Haus inmitten eines Obstgartens – schattige Hängematten inkusive. Dort hatte dann jeder was zu tun:

Joachim und Tai bereiteten gemeinsam das Essen zu und Uschi erforschte, ob man in so einer Hängematte gut schlafen kann. Ergebnis eindeutig: Man (Frau) kann.

Das Essen aus den einfachsten Zutaten schmeckte super und das frische Obst sowieso sensationell. Mit dem Taxi wurden wir danach wieder zum Hotel zurück gebracht, wo unser bequemes Super-XL-Kingsize-Bett (ca. 2,5 m Breite) schon zum Nachmittagsschläfchen auf uns wartete.

Auch mit dem Abend-Programm in Can Tho waren wir sehr zufrieden. Die beiden Touristen-Lokale, die das Städtchen bietet, haben wir ignoriert und sind dafür in ein kleines Garagenlokal namens Mekong 1965 gegangen. Kann ja nur gut sein, bei der Jahreszahl. Seit dem sind wir endgültig Fans der (süd-) vietnamesischen Küche.

Die Crispy Pancakes (knusprige dünnste Palatschinken aus Reis und Weizenmehl), gefüllt mit Schwein, Schrimps und Gemüse (im Original), die man gemeinsam mit frischen Kräutern in ein Salatblatt gewickelt in Sauce tunkt und mit den Fingern glücklich wegmampft, waren unsere erklärten Lieblinge.
Und dann noch Pilze und Tofu gebraten und leicht karamellisiert im Tontopf… *seufz*.

Am Abend ist auf der Mekong-Promenade echt was los. Es wird zu hunderten promeniert – entweder zu Fuß oder mit dem Moped. Dazwischen bunte Beleuchtung, Luftballon-Verkäufer und Karaoke Boote – dies hauptsächlich nicht zum Amusement von Touristen, sondern primär für die einheimische Jugend. 
Während unseres Aufenthalts gabs sogar eine Bühne am Ufer, auf der ein Talentwettbewerb stattfand. Schmachtende Jünglinge, Girlie-Groups bis hin zu  Wasserpuppen-Theater-ähnlichem  Gejaule war für alle Geschmäcker etwas dabei.

So ein Gesamt-Paket ließ uns sogar länger als geplant in Can Tho bleiben. Zum einen hat es uns wirklich gut gefallen, zum anderen gab es jedoch so massive Internet-Ausfälle, dass es schwierig war, unser nächstes Ziel auszusuchen bzw. zu buchen.

Nach vier Tagen in Ca Tho haben wir uns entschieden, noch ein bisserl in Vietnam zu bleiben. Unser nächstes Ziel: Mui Ne, Badeort und Kite-Surfer-Hotspot im Süden der Vietnamesichen Ostküste. Ausserdem auch bekannt für eine einzigartige Dünen-Landschaft –  nach dem vielen Wasser am Mekong klingt das doch interessant – also nix wie hin (wieder mal im Bus) – Bericht folgt allerdings erst nach unserer Rückkehr nach Österreich.

  1. Avatar

    Monika

    Mir rinnt das Wasser im Mund zusammen – dabei ist es noch nicht mal Mittag

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